Die Yamaha Tracer 700 ist die tourentaugliche und gereifte Version des Bestsellers Yamaha MT-07.
Unkompliziert, ehrlich und ideal für unbeschwerte Fahr- und Reise-Emotionen.

Gefahren und getestet von Beat Gautschi

Hörner abgestossen

Zurück in die Dolomiten, wo Beat gefordert wurde: «Die Rennvelofahrer waren unberechenbar, fuhren kreuz und quer berghoch, von oben kamen engagierten Töffahrern, Busse und Autos. Da war es super einen Töff zu fahren, der einen nicht noch zusätzlich fordert, der so unkompliziert und einfach beherrschbar ist und mit keinerlei unliebsamen Eigenarten aufwartet. So konnte ich mich voll auf den Verkehr konzentrieren. Sich durch das Fahrerfeld kämpfen zu müssen, war kein Ärgernis, im Gegenteil, es war ein unterhaltsames Spiel. Dank dem dezenten Sound der Tracer 700 wurden wir nie zum Ärgernis für die Velofahrer.»

Dritter Streich

YAMAHA TRACER 700 - TESTBERICHT

Die Yamaha MT-07 wurde 2015 in der Schweiz fast 1100 mal verkauft. Die zweizylindrige Hyper Naked war damit absoluter Bestseller, gefolgt von ihrer grossen Schwester MT-09. Auf derselben Plattform wie die MT-07 mit 700er Reihenmotor mit 270-Grad-Hubzapfenversatz basiert nach der XSR 700 nun eben auch die Tracer 700.

Im Gegensatz zum agilen Naked Bike für die Feierabendausfahrt ist die Tracer auch für das Fahrerlebnis auf grosser Tour ausgelegt. Zu diesem Zweck gab‘s eine rahmenfeste Verkleidung mit höhenverstellbarer Windschutzscheibe, 17-Liter- Tank, Handschützer, 12V-Steckdose und Stufensitzbank mit Alu-Haltegriffen für den Sozius, dazu einen höheren Lenker und zusätzliche Beinfreiheit. Für mehr Stabilität, gerade auch bei höheren Tempi sowie mit Gepäck und Sozius, kommt eine 50 mm längere Schwinge und eine vielseitigere und komfortable Fahrwerksabstimmung mit zusätzlichen 12 mm Federweg hinten. Der gelobte Crossplane-Motor wurde unangetastet aus der MT-07 übernommen.  

Erschwerte Bedingungen: Locker.

Solide Handschützer mit integrieren Blinkern.

Knappes, aber übersichtliches Cockpit.

Der Einstieg ins Touring-Segment

Die Tracer 700 ist die erwachsenere MT-07, sie macht den Einstieg in Sporttourer-Segment ausgesprochen einfach: leicht zu beherrschen, super dosierbar, spritzig, macht Laune, überfordert nie und bietet mit reichhaltigem Zubehörprogramm alles, was es braucht, auch wenn man mal weiter weg will. Die in Europa und speziell für den europäischen Markt designte, entwickelte und nördlich von Paris (F) gebaute Tracer 700 dürfte auf grosses Interesse stossen, das bestätigt auch Gautschi: «Zum erschwinglichen Preis kann man die Kombination aus Fahr- und Reiseemotionen erleben.» 

MT-07 und MT-09 waren 2015 die absoluten Bestseller, die MT-09 Tracer folgte auf Rang 5 als bestverkaufter Sporttourer. Dann ratet mal, wo die Tracer 700 landen könnte! Peter Manzanares, Presseverantwortlicher bei Yamaha Schweiz nennt keine Zahlen, bestätigt aber, dass sie sich nahe der 900er Tracer einordnen dürfte: «Wir geben der Tracer 700 grosse Chancen auf dem Markt. Sie richtet sich an reiseorientierte Einsteiger, aber auch ältere Fahrer, die einen leichten, verschalten Töff suchen, der nicht zu anspruchsvoll ist.» 

Noch ein Bestseller?

YAMAHA TRACER 700

Antrieb:
Flüssigkeitsgekühlter R2, DOHC, 4 Ventile, Bohrung x Hub 80 x 68,6 mm, 689cm³, Verdichtung 11,5 : 1, elektronische Motorsteuerung für Benzineinspritzung und Zündung, Drosselklappen 38 mm, E-Starter, Ölbadkupplung, 6 Gänge, Kette, 75 PS (55 kW) bei 9000 /min, 68 Nm bei 6500/min.

Fahrwerk:
Stahlrohrrahmen, Teleskopgabel 41 mm, Zweiarmschwinge aus Alu, 1 Federbein, Vorspannung einstellbar, Federwege 130/142 mm, vorne Scheibenbremsen vorne 2 x 282 mm, Vierkolbenzangen; hinten 245 mm, Einkolbenzange. Alugussfelgen 3,5 ” und 5,5 ”, Reifen vorne 120/70-17, hinten 180/55-17.

Fahrassistenten:
ABS

Abmessungen:
Radstand 1450 mm, Lenkkopf 65,2 °, Nachlauf 90 mm, Sitzhöhe 835 mm, Gewicht vollgetankt 196 kg, Tank 17 l.

Preis:
CHF 8990.– inkl. NK, verfügbar ab sofort in Rot, Blau und Schwarz.

Technische Daten

Meine Meinung - Beat Gautschi

Unglaublich, wie mit wenig Aufwand aus einem quirligen Naked Bike (MT-07) ein sportliches Reisemotorrad wird. Die Plattformidee bewährt sich und beschert uns ein weiteres Modell zu einem tollen Preis / Leistungsverhältnis. Die Grundlage zu einem weiteren Verkaufserfolg ist gegeben. Die Herausforderung besteht jetzt darin, die Zielgruppe der jüngeren Generation von der Lust am Reisen zu überzeugen. Ich jedenfalls kann nach der Testfahrt sehr empfehlen die Lust am Kurvenswing in den Dolomiten auszuleben, da muss man nicht immer mit der Angst im Nacken zu leben, bald gesiebte Luft atmen zu müssen.

In der Stadt

Auf grosser Tour

Sportlich fahren

Zu zweit unterwegs

Emotionen

«Die Tracer 700 ist bereit zur Partnersuche, während die MT-07 noch in der Sturm- und Drang-Phase steckt.» BEAT GAUTSCHI
 

Jetzt abonnieren

Die Stufensitzbank: nicht zu hart, nicht zu weich und auch auf langen Etappen bequem.

Die im Vergleich zum Naked Bike längere Schwinge sorgt für mehr Ruhe und Komfort.

Die Bremse verzögert tadellos, ist super dosierbar und das ABS für einen Sporttourer optimal abgestimmt.

Der 75-PS-Motor ist fein dosierbar, spricht sauber an, verfügt über beachtliches Drehmoment und eine weitgehend lineare Leistungsentfaltung. Das Handling ist neutral und leichtfüssig, Schräglagenwechsel gehen leicht von der Hand und ein Aufstellmoment ist ihr auch beim Bremsen in Schräglage fast völlig fremd. Die Bremsen sind gut dosierbar, liefern klares Feedback und das ABS zeigt frühzeitig und sanft die Rutschgrenze an. «Das war besonders unter den erschwerten Bedingungen bei den wechselnden Gripverhältnissen ein hilfreicher Input.» 

Höhenverstellbare Windschutzscheibe.

...war in den Dolomiten anlässlich der Präsentation des Sporttourers Yamaha Tracer 700. Yamaha hatte ins Kurvenparadies Sella Ronda geladen und da war unser Tester Beat Gautschi nicht alleine: «Es war ein unglaubliches Durcheinander! Auf der Pässerunde, teilten wir die Strasse bald mit einem Fahrradrennen mit 500 Velofahrern, entgegen kamen unzählige Motorräder, Tagesausflügler und dazu die ganze Szenerie mit der spektakulären Aussicht auf die Dolomiten – so viele Eindrücke auf einmal, man wusste gar nicht wo schauen. Da kam die Qualität der Tracer 700 gut zum Vorschein, einen wilden, muskelbepackte Töff hätte ich da nicht gebraucht!»

Ganz schön was los...

Durchzugsstarker Crossplane-Zweizylindermotor mit 689 ccm Hubraum.

Rasant auch auf Fernreise

Bei der Fahrwerksabstimmung ist ein guter Kompromiss zwischen sportlicher Härte und langstreckentauglichem Komfort gelungen. Selbst auf löchrigen Strassen bei zügigem Tempo kam das Fahrwerk nie an seine Grenzen. Auf der kleinen Tracer sitzt man aufrecht, bequem und doch fahraktiv. Der Kniewinkel ist für Fahrer über 180 cm immer noch eher knapp. An der Sitzbank gab es hingegen auf der 260-km-Runde nichts zu beanstanden. Das Windschild ist höhenverstellbar, allerdings nicht einhändig während der Fahrt. In tiefer Position, hält es den gröbsten Wind ab, die höchste Position bringt ein verhältnismässig geringes Plus an Windschutz, es bläst dann unter dem Schild durch, störende Wirbel kommen hinzu. 

Teilnehmende HändlerTeilnehmende HändlerTeilnehmende HändlerTeilnehmende Händler